Ein Beitrag zur “Killerspieldebatte”

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Ein Beitrag zur “Killerspieldebatte”

 

Ein kleiner Beitrag zur „Killerspieldebatte“:

Nach den grauenvollen aktuellen Geschehnissen florieren die Debatten um die Möglichkeiten, Terrorgefahr zu verringern. Leider fällt dabei die Aufmerksamkeit auch wieder auf eine längst vergangene Diskussion: die so beschimpften „Killerspiele“.

Ausgehend von den meist älteren Politikern, müssen wir uns nun wieder mit dieser Diskussion herumschlagen. Deutschland ist auf der Suche nach einem Schuldigen – und im ersten Moment erscheint für viele der unbekannte Bereich der Videospiele als plausible Erklärung. Denn was man nicht kennt, kann man einfach verurteilen und schuldig machen. Dabei haben die Meisten derjenigen, die mit dem Finger zeigen, noch keine einzige Minute mit einem Videospiel verbracht.

Viele der jungen Menschen fühlen sich aufgrund der unbegründeten Beschuldigungswelle verunsichert und missverstanden – zählt das Videospiel heute doch zu einer der größten Beschäftigungsmöglichkeiten für uns. Viele stecken wöchentlich mehrere Stunden in ihr Hobby und plötzlich soll das Ganze von oben verboten werden?

Es wurden zahlreiche Studien darüber geführt, ob Videospiele tatsächlich dazu führen, dass ein Mensch zu aggressiven Handlungen neigt. Bis heute konnte kein klares Ergebnis genannt werden – und das nicht ohne Grund. Für viele sind Videospiele, allen voran der Bereich der „Killerspiele“ ein Hobby – meist um am Abend einfach abzuschalten und sich zu entspannen. Genauso wie sich andere vor den Fernseher setzen und sich den neuesten Action-Blockbuster mit fliegenden Köpfen und Gliedmaßen reinziehen. Nur weil „jemand“, der auch Videospiele gespielt hat, zum Täter wird, bedeutet das nicht, dass dieses Hobby automatisch zum Grund der schrecklichen Taten wird.

Videospiele verleihen nicht die Fertigkeiten, ohne mit der Wimper zu zucken wahllos Menschen zu töten. Spiele leiten nicht automatisch zum Wunsch, sich Waffen zu kaufen. Das hat ganz andere Gründe – und ich sage bewusst: „Gründe“, denn einen einzigen Schuldigen kann es für solch ein zu verurteilendes Verhalten nicht geben. Vielmehr sind es die verschiedensten Faktoren, wie das soziale Umfeld, die Erziehung, aber auch der unverantwortungsvolle Konsum von Medien in der Kindheit.

Die Spiele-Industrie sollte bei dieser wichtigen Debatte nicht wegschauen. Denn es gilt hier, sich auf das Schärfste zu verteidigen. Heute existiert eine florierende E-Sport-Szene, die dazu führt, dass Menschen in Deutschland ihren Beruf als Spieler in beispielsweise Counter-Strike ausüben, einem der bekanntesten als „Killerspiel“ benannten Shooter. Ein Verbot würde hier für erhebliche Probleme sorgen und einen großen Wirtschaftszweig einfach mal so auslöschen.

 

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Dennoch kann auch im Bereich Jugendschutz in der Welt der Videospiele noch einiges verbessert werden.

Die Verkaufsdistribution und soziale Plattform „Steam“ als der größte Online-Marktplatz für Spiele zum Beispiel, fällt in dieser Debatte auch häufig durch einen fehlenden oder leicht zu umgehenden Jugendschutz auf. Spiele wie Counter-Strike werden nicht umsonst von der USK (Unterhaltungs-Selbstkontrolle) in Deutschland überprüft und mit einem Mindestalter versehen, nur damit jeder Jugendliche trotzdem ohne Weiteres in den Besitz davon kommen kann. Hier muss aber ein anderer Ansatz von der Politik gewählt werden: Konsens und Zusammenarbeit ist gefragt – und nicht das Aussprechen bloßer Verbote.

Verfasst von Adrian Knapik.